Granit

Granit ist das bekannteste Tiefengestein und besteht aus drei Mineralen, die man mit bloßem Auge auseinanderhalten kann: durchscheinender Quarz, hell gefärbter Feldspat und dunkler Glimmer. Diese sichtbare Körnung ist sein zuverlässigstes Merkmal.

Granit: grobkörniges Handstück mit rosa Feldspatkörnern, grauem Quarz und schwarzen Glimmerplättchen
Die drei Hauptbestandteile sind einzeln zu erkennen: rosa bis fleischfarbener Kalifeldspat, grauer glasiger Quarz und schwarze Glimmerplättchen. Die Körner greifen ineinander, ohne Vorzugsrichtung. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Die drei Bestandteile

Granit ist ein Gemenge, kein einheitlicher Stoff. Drei Minerale machen den größten Teil aus, und alle drei lassen sich am Handstück unterscheiden.

MineralAussehen im GranitAnteil
Kalifeldspat rosa bis fleischfarben oder weiß, blockig, mit glatten spiegelnden Flächen meist der größte
Plagioklas weiß bis hellgrau, oft mit feiner Streifung wechselnd
Quarz grau, glasig durchscheinend, unregelmäßig geformt ohne eigene Flächen über 20 %
Biotit und Muskovit schwarze bzw. silbrige Blättchen, die im Licht aufblitzen meist unter 10 %

Der Quarzanteil ist das entscheidende Kriterium für die Benennung. Erst ab etwa 20 Prozent Quarz spricht man von Granit. Fehlt der Quarz weitgehend, handelt es sich um Diorit oder Gabbro.

Warum die Körner so groß sind

Granit erstarrt in mehreren Kilometern Tiefe. Die Wärme kann nur langsam nach außen abfließen, deshalb dauert die Kristallisation Jahrtausende bis Jahrmillionen. Die Minerale haben also Zeit, große Körner zu bilden.

Dasselbe Magma, an der Oberfläche ausgeflossen, ergäbe Rhyolith mit dichter, feinkörniger Grundmasse. Der Unterschied zwischen beiden liegt allein in der Abkühlgeschwindigkeit, nicht in der Chemie. Wie sich diese Reihenfolge der Kristallisation erklärt, steht unter Silikate bei der Bowenschen Reaktionsreihe.

Granit oder Gneis

Beide sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, weil sie dieselben Minerale enthalten. Der Unterschied liegt in der Anordnung.

GranitMagmatisch
GneisMetamorph
Gefüge unterscheidet sicher
richtungslos, Körner beliebig orientiert
deutlich gebändert, helle und dunkle Lagen
Entstehung unterscheidet sicher
Erstarrung aus Schmelze
Umbau im festen Zustand unter Druck
Glimmer
einzelne Blättchen, ungeordnet
in Lagen eingeregelt, oft glänzende Flächen
Mineralbestand
Quarz, Feldspat, Glimmer
Quarz, Feldspat, Glimmer
Faltung
keine
oft sichtbar verfaltete Lagen

Die Frage lautet nicht, welche Minerale drin sind, sondern wie sie liegen. Wer eine Bänderung oder eine Vorzugsrichtung erkennt, hat Gneis vor sich. Ein Gneis kann übrigens durch Metamorphose aus einem Granit entstehen, dann heißt er Orthogneis.

Was im Handel Granit heißt

Das ist keine Täuschung, sondern eine gewachsene Handelspraxis. Für die Verwendung als Arbeitsplatte ist die Härte entscheidend, nicht die petrologische Einordnung.

Vorkommen und Verwitterung

Granit bildet große zusammenhängende Körper, sogenannte Plutone, die durch Abtragung des darüberliegenden Gesteins freigelegt werden. In Deutschland tritt er unter anderem im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, im Erzgebirge, im Schwarzwald und im Harz auf.

An der Oberfläche zerfällt Granit auf charakteristische Weise. Die Feldspäte verwittern chemisch zu Tonmineralen, der Glimmer zerfällt, und der widerstandsfähige Quarz bleibt als Sand übrig. Deshalb bestehen viele Sandvorkommen letztlich aus zerfallenem Granit. Diese Auslese ist als Goldich-Verwitterungsreihe bekannt und im Gesteinskreislauf beschrieben.

Typisch ist außerdem die Wollsackverwitterung: Entlang rechtwinkliger Klüfte dringt Wasser ein, die Kanten werden schneller angegriffen als die Flächen, und übrig bleiben gerundete Blöcke, die wie gestapelte Säcke aussehen.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Systematik der Gesteine
  2. Mineralienatlas: Granit
  3. Rudnick, R. L. & Gao, S. (2003): Composition of the Continental Crust

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.