Strichfarbe

Der Strichtest ist die zuverlässigste einfache Prüfung in der Mineralbestimmung. Er kostet nichts, dauert Sekunden und liefert bei metallisch glänzenden Mineralen oft sofort die Antwort.

Wie der Test funktioniert

Man zieht das Mineral über eine unglasierte Porzellanfläche und betrachtet das zurückbleibende Pulver. Dessen Farbe ist die Strichfarbe.

Als Prüffläche genügt die Rückseite einer Fliese oder der unglasierte Standring einer Tasse. Im Fachhandel gibt es Strichtafeln, nötig sind sie nicht.

Wo der Test an seine Grenze kommt

Porzellan hat eine Härte von etwa 6,5. Alles, was härter ist, wird nicht abgerieben, sondern ritzt die Tafel. Bei Quarz, Topas oder Korund liefert der Test also nichts.

Das ist keine Schwäche, sondern eine Zusatzinformation: Wenn ein Mineral die Strichtafel ritzt statt Pulver zu hinterlassen, liegt seine Härte über 6,5.

Bei sehr hellen Mineralen ist der Strich fast immer weiß und damit wenig aussagekräftig. Sein volles Potenzial entfaltet der Test bei dunklen und metallisch glänzenden Stücken.

Strichfarben, die entscheiden

MineralAussehenStrichfarbe
Hämatitstahlgrau, metallischkirschrot bis blutrot
Magnetitschwarz, metallischschwarz
Pyritmessinggelbgrünlich bis bräunlich schwarz
Goldgoldgelbgoldgelb, glänzend
Galenitbleigraugrauschwarz
Graphitschwarzgrauschwarz, glänzend
Malachitdunkelgrünhellgrün
Azurittiefblauhellblau

Zwei Fälle zeigen den Wert des Tests besonders deutlich. Hämatit und Magnetit sehen sich zum Verwechseln ähnlich, ihre Strichfarben sind rot und schwarz. Und Pyrit von Gold zu unterscheiden dauert genau einen Strich: dunkel gegen goldgelb.

Praxishinweise

Zusammen mit der Mohshärte und dem Glanz deckt der Strichtest den größten Teil der schnellen Vorbestimmung ab.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. Mineralienatlas: Bestimmungshilfen
  3. RRUFF-Datenbank (CC-BY 4.0)

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.