Glanz
Der Glanz beschreibt, wie ein Mineral Licht zurückwirft. Die erste Frage lautet immer: metallisch oder nicht? Diese eine Entscheidung teilt die Mineralwelt in zwei ungleich große Hälften.
Die erste Entscheidung
Metallglanz sieht aus wie poliertes Metall. Solche Minerale sind immer undurchsichtig, selbst an dünnsten Kanten, und haben fast immer einen dunklen, farbigen Strich. Dazu gehören Pyrit, Galenit und Magnetit.
Alles andere fällt unter nichtmetallisch. Diese Minerale lassen an dünnen Stellen Licht durch und haben meist einen weißen Strich.
Die nichtmetallischen Glanzarten
| Glanzart | Wirkt wie | Typisch für |
|---|---|---|
| Glasglanz | eine Glasscherbe | Quarz, Fluorit, Calcit |
| Diamantglanz | besonders brillant, fast blendend | Diamant, teils Korund |
| Perlmuttglanz | schimmernd wie eine Muschelinnenseite | Muskovit, Gips, Baryt |
| Fettglanz | wie eingeölt | Rosenquarz, Talk |
| Seidenglanz | wie Stoff, bei faserigen Aggregaten | Fasergips, Malachit |
| Wachsglanz | stumpf glänzend wie Kerzenwachs | Chalcedon, Serpentin |
| matt | gar kein Glanz | erdige Massen, verwitterte Flächen |
Woher der Glanz kommt
Physikalisch hängt der Glanz davon ab, wie stark ein Mineral das Licht bricht und wie viel es reflektiert. Metalle reflektieren fast alles an der Oberfläche, deshalb kommt kein Licht hindurch.
Bei nichtmetallischen Mineralen entscheidet zusätzlich die Beschaffenheit der Fläche. Dieselbe Substanz kann unterschiedlich glänzen: Quarz zeigt auf einer Kristallfläche Glasglanz, als mikrokristalliner Chalcedon dagegen Wachsglanz, weil das Licht dort an unzähligen Faserenden gestreut wird.
Faserige Aggregate ergeben Seidenglanz, blättrige Perlmuttglanz. Der Glanz verrät also nicht nur den Stoff, sondern auch die Bauweise.
Praxishinweise
- Bei Tageslicht beurteilen, nicht unter Kunstlicht. Warmes Licht lässt vieles fettiger wirken, als es ist.
- Das Stück drehen. Glanz zeigt sich erst, wenn eine Fläche das Licht im richtigen Winkel zurückwirft.
- Frische Bruchflächen nutzen, nicht verwitterte Außenseiten.
- Bei Unsicherheit metallisch oder nicht: den Strichtest machen. Ein farbiger, dunkler Strich spricht klar für Metallglanz.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- Mineralienatlas: Bestimmungshilfen
- RRUFF-Datenbank (CC-BY 4.0)
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.