Rhyolith
Rhyolith hat dieselbe Zusammensetzung wie Granit, nur ist er an der Oberfläche erstarrt statt in der Tiefe. Aus diesem einen Unterschied folgt alles andere: das dichte Gefüge, die helle Farbe und die Tatsache, dass Rhyolith-Vulkane zu den gefährlichsten der Erde gehören.
Woran man Rhyolith erkennt
Rhyolith ist hell, meist grau, gelblich oder rötlich, und die Grundmasse ist so feinkörnig, dass sich die einzelnen Minerale nicht mehr unterscheiden lassen. Häufig sitzen darin größere Kristalle, die schon in der Magmakammer gewachsen sind, bevor der Rest an der Oberfläche schlagartig erstarrte. Dieses Gefüge heißt porphyrisch, und die größeren Kristalle heißen Einsprenglinge.
Die Einsprenglinge verraten die Zusammensetzung. Zu finden sind Quarz, meist als rundliche graue Körner, dazu heller Alkalifeldspat und gelegentlich schwarze Blättchen von Biotit.
Warum er explosiv ausbricht
Kieselsäurereiche Schmelzen sind zäh. Während dünnflüssige Basaltlava als Strom abfließt und Gase ungehindert entweichen lässt, bleibt rhyolithisches Magma so widerspenstig, dass Gasblasen darin gefangen bleiben. Der Druck steigt, bis das Dach der Magmakammer nachgibt.
Deshalb erzeugen Rhyolith-Vulkane keine Lavaströme, sondern Aschewolken, Glutlawinen und Bimsteppiche. Bims ist erstarrter Schaum aus genau solchen Ausbrüchen, und wo eine Glutlawine liegen bleibt und unter der eigenen Hitze verschweißt, entsteht Ignimbrit. Auch Obsidian hat rhyolithische Zusammensetzung, ihm fehlte nur die Zeit zum Kristallisieren.
Die größten bekannten Ausbrüche der Erdgeschichte waren rhyolithisch. Der Yellowstone-Vulkan förderte vor 2,1 Millionen Jahren rund 2.500 Kubikkilometer Material, etwa das Tausendfache des Ausbruchs des Mount St. Helens von 1980.
Quarzporphyr, der alte Name
In älterer Literatur und in vielen Steinbruchnamen heißt Rhyolith noch Quarzporphyr. Die Unterscheidung war historisch: Quarzporphyr stand für die alten, paläozoischen Vorkommen, Rhyolith für die jüngeren. Da sich beide petrographisch nicht unterscheiden lassen, ist der Begriff Quarzporphyr heute nicht mehr gebräuchlich. Wer regionale Literatur liest, trifft ihn trotzdem laufend.
Vorkommen
Der größte zusammenhängende Rhyolith-Komplex Europas liegt in Sachsen-Anhalt: der Halle-Vulkanit-Komplex mit dem bekannten Löbejüner Porphyr, entstanden im Perm vor rund 290 Millionen Jahren. Weitere deutsche Vorkommen finden sich im Thüringer Wald, im Erzgebirge, im Saar-Nahe-Bergland und im Odenwald.
Weltweit gehören der Yellowstone in den USA, die Lipari-Inseln nördlich von Sizilien und die Taupo-Zone auf der Nordinsel Neuseelands zu den bekanntesten Gebieten.
Genutzt wird Rhyolith vor allem als Schotter und Splitt im Straßenbau, weil er hart und druckfest ist. Wo er sich gut spalten lässt, dient er auch als Pflasterstein.
