Dichte
Die Dichte ist das einzige Merkmal, das sich zuhause tatsächlich messen lässt statt nur zu schätzen. Man braucht dafür eine Küchenwaage, ein Glas Wasser und zwei Minuten.
Die Messung mit Küchenwaage
Dichte ist Masse geteilt durch Volumen. Die Masse liefert die Waage direkt, das Volumen über die Wasserverdrängung.
- Das trockene Stück wiegen, Ergebnis in Gramm notieren.
- Ein Glas Wasser auf die Waage stellen und auf null tarieren.
- Das Stück an einem dünnen Faden vollständig eintauchen, ohne dass es Boden oder Wand berührt.
- Den neuen Wert ablesen. Er entspricht in Gramm dem verdrängten Volumen in Kubikzentimetern.
- Masse durch Volumen teilen.
Beispiel: 53 Gramm geteilt durch 20 Kubikzentimeter ergibt 2,65 g/cm³, also Quarz.
Schätzen in der Hand
Für die Praxis reicht oft der Vergleich. Wer ein paar Stücke in die Hand nimmt, entwickelt schnell ein Gefühl dafür, was normal ist und was nicht.
Die meisten gesteinsbildenden Minerale liegen zwischen 2,6 und 3,0 g/cm³. Alles darüber fällt auf.
| Mineral | Dichte in g/cm³ | Eindruck |
|---|---|---|
| Bims | 0,4 bis 0,9 | schwimmt auf Wasser |
| Opal | 1,9 bis 2,3 | auffällig leicht |
| Quarz | 2,65 | der Normalfall |
| Fluorit | 3,0 bis 3,25 | leicht erhöht |
| Baryt | 4,5 | hell, aber überraschend schwer |
| Pyrit | 5,0 | deutlich schwer |
| Hämatit | 5,2 bis 5,3 | sehr schwer |
| Galenit | 7,2 bis 7,6 | fühlt sich falsch an |
| Gold | 19,3 | unverwechselbar |
Wenn das Gewicht die Bestimmung entscheidet
Bei drei Paaren ist die Dichte der schnellste Weg zur Antwort.
- Baryt gegen andere helle Minerale: Baryt sieht aus wie Calcit oder Gips, wiegt aber fast das Doppelte.
- Gold gegen Pyrit: 19,3 gegen 5,0. Ein gleich großes Stück Gold ist fast viermal so schwer.
- Jadeit gegen Nephrit: 3,3 gegen 2,9 bis 3,1, beide werden als Jade gehandelt.
Warum oft eine Spanne steht
Bei Mischkristallreihen schwankt die Dichte mit der Zusammensetzung. Bei Olivin reicht sie von 3,27 bis 4,32 g/cm³, je nachdem wie viel Eisen das Magnesium ersetzt hat. Bei Plagioklas steigt sie mit dem Calciumanteil.
Ein einzelner Zahlenwert wäre dort erfunden. Deshalb steht in den Steckbriefen eine Spanne, wo die Natur eine Spanne liefert.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- Mineralienatlas: Bestimmungshilfen
- RRUFF-Datenbank (CC-BY 4.0)
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.