Dichte

Die Dichte ist das einzige Merkmal, das sich zuhause tatsächlich messen lässt statt nur zu schätzen. Man braucht dafür eine Küchenwaage, ein Glas Wasser und zwei Minuten.

Die Messung mit Küchenwaage

Dichte ist Masse geteilt durch Volumen. Die Masse liefert die Waage direkt, das Volumen über die Wasserverdrängung.

  1. Das trockene Stück wiegen, Ergebnis in Gramm notieren.
  2. Ein Glas Wasser auf die Waage stellen und auf null tarieren.
  3. Das Stück an einem dünnen Faden vollständig eintauchen, ohne dass es Boden oder Wand berührt.
  4. Den neuen Wert ablesen. Er entspricht in Gramm dem verdrängten Volumen in Kubikzentimetern.
  5. Masse durch Volumen teilen.

Beispiel: 53 Gramm geteilt durch 20 Kubikzentimeter ergibt 2,65 g/cm³, also Quarz.

Schätzen in der Hand

Für die Praxis reicht oft der Vergleich. Wer ein paar Stücke in die Hand nimmt, entwickelt schnell ein Gefühl dafür, was normal ist und was nicht.

Die meisten gesteinsbildenden Minerale liegen zwischen 2,6 und 3,0 g/cm³. Alles darüber fällt auf.

MineralDichte in g/cm³Eindruck
Bims0,4 bis 0,9schwimmt auf Wasser
Opal1,9 bis 2,3auffällig leicht
Quarz2,65der Normalfall
Fluorit3,0 bis 3,25leicht erhöht
Baryt4,5hell, aber überraschend schwer
Pyrit5,0deutlich schwer
Hämatit5,2 bis 5,3sehr schwer
Galenit7,2 bis 7,6fühlt sich falsch an
Gold19,3unverwechselbar

Wenn das Gewicht die Bestimmung entscheidet

Bei drei Paaren ist die Dichte der schnellste Weg zur Antwort.

Warum oft eine Spanne steht

Bei Mischkristallreihen schwankt die Dichte mit der Zusammensetzung. Bei Olivin reicht sie von 3,27 bis 4,32 g/cm³, je nachdem wie viel Eisen das Magnesium ersetzt hat. Bei Plagioklas steigt sie mit dem Calciumanteil.

Ein einzelner Zahlenwert wäre dort erfunden. Deshalb steht in den Steckbriefen eine Spanne, wo die Natur eine Spanne liefert.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. Mineralienatlas: Bestimmungshilfen
  3. RRUFF-Datenbank (CC-BY 4.0)

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.